Liebe und Hass

Diese zeit endete Jäh, als ich eine Frau kennenlernte die mich umgarnt hatte. Sie hatte eine Tochter.

Und diese Frau war die erste der ich mich anvertraut habe.

Sie erschien so rein und ehrlich, also entschied ich es zu versuchen.

Wir haben uns schnell angenähert, schon allein weil sie mich immer verstand.


Das dachte ich zumindest.


Ich habe sie und ihre kleine in mein Herz geschlossen, war immer für beide da.

Eines Tages machte sie Schluss.

Nur um herauszufinden wie ich reagiere. Es war in ihren Augen ein Spaß.

Ein Spaß der mich zutiefst verletzt hat.


Ich konnte nicht mehr zu ihr, wir trafen uns bei mir um zu reden.

Doch da ging es richtig los.


„Sei froh das jemand wie du überhaupt noch jemanden bekommt, so kaputt wie du bist“


Dieser Satz war prägend.

Ich habe sie gebeten zu gehen, das ich sie nicht mehr sehen will.

In der Tür sagte sie nur noch „das bereust du!“


und das habe ich.


Eine Woche später wusste fast jeder in meiner Umgebung von meiner Vergangenheit.


Jeder wusste grob von meiner Kindheit, das ich Soldat war, meinen Psychischen und Physischen Problemen... und was noch schlimmer war, jeder wusste das ich meine Verlobte und meine Tochter verloren habe.

Jeder sprach mich darauf an.

Einige mit Verständnis, andere mit Hass, wegen meiner Lügen ihnen gegenüber, das ich es niemanden gesagt habe.



15.8.15 11:27, kommentieren

Beschützer und Verlierer

Ich bewege mich gerade auf einem schmale Grat.

Zu erzählen was in meinem Leben passiert ist habe ich seit Jahren absolut abgeblockt.


„Soldaten sind Mörder!“

„du mit deinen Depressionen“

„Leb doch nicht in der Vergangenheit“

„Was läuft falsch mit dir?“


Nur einige dieser Sätze die ich nach einiger Zeit immer zu hören bekam.

Irgendwann grenzt man sich selbst ein und versteckt sich vor allen anderen.


Ich lebte und lebe hauptsächlich im Internet.

Nicht das ich es nicht versucht hätte auszubrechen,aber nicht immer ist es einfach seinen Schutz abzulegen und offen zu sein.

Und ich habe es bis her immer bereut aufzustehen und weiterzugehen.


Noch bis vor einem knappen Jahr bin ich abends einmal die Woche ausgegangen, in Bar´s, Diskotheken oder einfach nur essen gegangen.

Natürlich alleine. Ich habe immer blicke auf mich gezogen, oder ich hab es mir nur eingebildet. Ich fiel immer auf, von der Kleidung, saß separat in einem Schwarzen Anzug und trank meinen Whiskey. Bevorzugt habe ich Orte aufgesucht in denen es viele jüngere Menschen gab.

Ich hoffte immer das mich eine Frau ansprach, gleichermaßen hoffte ich, das ich übersehen werde.

Paradox aber das spiegelt wahrscheinlich meinen Kopf.

Ich will nicht alleine sein aber ich will auch nicht in einer Menge sein oder große Verpflichtungen eingehen.

Nicht mit diesen Menschen um mich herum.


Ich trat nur aus dem Schatten wenn es irgendwo Ärger gab. Wenn ich sah das jemand bedrängt wurde oder es Probleme gab.

Ich half den Angestellten, wenn sich Gäste schlecht benommen haben, mischte mich ein, wenn Frauen schlecht behandelt wurden.

Wahrscheinlich ist mein Schutzinstinkt anderen Gegenüber zu stark ausgeprägt.

Am Ende hatte ich meine Bar´s die ich am Wochenende besuchte und gratis bedient wurde weil ich irgendwo half.

Es war irgendwie schön so durch die Gegend zu laufen, nachts, die ruhe genießen und nie lange bleiben.

Es entspannte.

Aber in meinem inneren war ich immer auf der Suche nach einer Liebe, einer Frau die mich so nimmt wie ich bin.

Nur glaube ich das man die in einer Bar nicht findet.


Nicht so das ich nie Chancen gehabt hätte, es kamen nach und nach einige auf mich zu aber ich habe immer abgeblockt.

Aus Angst vor ihr, vor mir und wie ich damit umgehen sollte.


Ich hatte auch einen lockeren Freundeskreis, klein aber er war dennoch da.

Zu dieser zeit wohnte ich schon zwei Jahre in dieser Stadt

Seltsamerweise bestand mein Kreis fast nur aus Frauen.

Frauen denen ich bei Handwerklichem half, die einfach nur zu mir kamen für einen gemütlichen Abend und übernachteten oder wir uns einfach nur zum Kaffee in der Stadt trafen.


Niemand stellte mir Fragen wegen meiner Narben, meiner Einstellung oder sonst was.

Sie verstanden nur nicht, warum ich alleine lebte.

Nur muss ich dazusagen, das ich mit diesen Menschen nie über meine Vergangenheit geredet habe.

Ihnen nie sagte woher die Narben kamen oder warum ich manchmal tagelang nicht aus dem Haus gegangen bin.

Manchen kam es auch komisch vor, das ich selten Arbeiten gegangen bin, ich hatte ja mehr als Genug Geld auf der Seite.


Es lief nichts körperliches mit den Frauen die bei mir übernachtet haben oder wir uns so getroffen haben.

Es war einfach so wie es ist.

Ich muss nun persönlich zugeben, das ich es mir gewünscht hätte das eine von ihnen vielleicht mehr gewollt hätte, nur eine Affäre oder Bettgeschichte.

Wiederum betrachtet stelle ich fest, das die Frauen alle jünger waren wie ich, alle um die 20-24 und ich schon knapp an 34.

Vielleicht suchten sie nur eine Vaterfigur oder wollten Abstand von Männern die sie nur bedrängen.

Egal was es war, es war doch eine schöne Zeit für sich.

14.8.15 07:34, kommentieren

Angst und Schwäche

Was soll man tun wenn sich alles über einen ergießt.. Gedanken, Gefühle und Sehnsüchte?

 

Ich schreibe erst seit kurzer Zeit aber es hat viel in mir zum laufen gebracht.

 

Meine Angst davor vieles zu offenbaren und meine Schwäche irgendwann zu vertrauen. 

 

 Ich ordne seit Stunden meine Gedanken und Gefühle und bin mir nicht sicher wie ich das alles bewältigen soll.

Andererseits merke ich auch das es hilft, auf diesem Weg manches aufzuarbeiten was sonst warscheinlich nie wieder an das Tageslicht kommen wird.

Seit ich mit dem Blog angefangen habe denke ich mehr denn je was war und was sein wird.

.

13.8.15 20:46, kommentieren

Körper und Geist im Einklang zum Abrund

Ich war nun seit Jahren bei keinem Arzt mehr, ob es weise ist, nun ja.. was ist schon weise.

Morbus Bechterev gekoppelt mit Knochenschäden und vielen äußerlichen Vernarbungen.

Ich habe es satt mich bei Ärzten auszuziehen und mir ständig neue Theorien und Befunde anzuhören.

Sein Leben lang auf der Suche, nach den Wissen was man im Gesamtbild hat, ist auch nicht gerade die Erfüllung. Deswegen lass ich es weiterzusuchen, bringt im Endeffekt sowieso nicht viel.


Manche Medikamente sind recht gut um Schmerz zu unterdrücken und den Bewegungsapparat am laufen zu halten, aber selbst die besten Medikamente sind nicht immer gut für die Organe, deswegen ertrage ich lieber öfters schmerzen als das ich meine Innereien damit kaputtmache.


Früher habe ich diszipliniert und mit wachem Auge auf meine Gesundheit gesehen, meinen Geist und Körper streng fit gehalten um nicht auf der Strecke zu bleiben.

Nein ich bin jetzt nicht fett oder total unsportlich aber meinen damaligen Stand werde ich wahrscheinlich niemals mehr erreichen.


Ich vermisse es manchmal, meinen alten Körper kurz im Spiegel zusehen, wenig fett, Muskeln und eine ausgezeichnete Reaktion.

Viel ist nicht mehr davon übrig. Ich habe immer weniger gemeinsam, mit dem Soldaten und Vater, der ich früher war. Und leider weiß ich nicht mehr was ich am meisten vermisse. Mit fähigen und integren Leuten in einen Einsatz zu gehen oder zuzusehen wie mein Kind aufwächst und sich langsam eine kleine eigene Familie entwickelt.


Ich habe beides gewaltsam verloren, beide Schlachtfelder geschlagen verlassen ohne das ich es verhindern konnte.


In meiner Wohnung findet sich kein Bild meines alten Lebens.

Ich konnte es irgendwann nicht ertragen meine Tochter und ihre Mutter in den Bildern zu sehen,umrahmt von Trauerbändern spiegelte sich in dem Bilderglas oft mein Bild, da waren wir wieder zusammen und es traf mich in diesen Momenten immer wie ein Schlag ins Gesicht.


Wieder eine Zigarette und lange Pause, ich frage mich gerade selbst warum ich das alles schreibe. Aber warum sollte ich es auch nicht tun, irgendwie ordnet es mich innerlich.


Ich habe heute Morgen festgestellt das ich auf mehr Beerdigungen war, als auf Geburtstagen. Seltsamerweise fühle ich mich auf Verabschiedungen wohler, als auf überzogenen und überglücklichen Feiern, wahrscheinlich weil ich mich damit besser auskenne.


Der einzige Unterschied bei Beerdigungen ist, wenn ich persönlich vom Verlust betroffen bin.

Meine Tochter starb bei einem Autounfall mit ihren Großeltern, ein Jahr später als ich meine Verlobte verloren habe. Es war ein Verladeunfall, ein ungesicherter Kran hat sie mir genommen.

Ich glaube zwei drittel meines Ich´s sind mit ihnen gegangen und es wird nicht mehr zurückkommen.


13.8.15 12:04, kommentieren

Hirnkirmes.... große/kleine Erinnerung

Vielleicht fange ich bei meiner ersten Erinnerung an.

Ein langer Hausgang im ersten Stock, mit einem großen Holzgeländer das den Blick auf den unteren Stock zulässt. Am ende des Geländers eine Treppe nach unten. Ich weiß das es nachts war, das Licht brannte und ich lief den Gang entlang um ins Zimmer zu gehen.

Aus meinen Augenwinkel bemerkte ich ein helles huschen im unteren Stock eine Person verschwand so schnell wie sie gekommen war. Wohin und warum weiß ich nicht. Aber das was mir sicher ist, woran ich mich am meisten erinnere ist das Gefühl was ich dabei hatte.

Ein erdrückendes und Unheimliches Gefühl drang in mir ein. Obwohl die gesamte Situation eigentlich normal war.. denke ich.

Ich habe keine Ahnung ob es jemand von der Familie war oder nur eine Täuschung, aber ich denke oft daran zurück und es lässt mich immer erschauern.



Durch Gespräche mit meinen Eltern erfuhr ich erst Jahre danach das das einzige Haus das so eine Treppe mit offenen Gang mein Geburtshaus war, in dem wir nicht lange wohnten. Wir zogen weg als ich keine drei Jahre alt war.


Ich habe keine Ahnung weshalb, aber das war meine erste Erinnerung.



Nun wo ich das Geschrieben habe bin ich mir nicht sicher ob es so weise ist von einer Kindheit zu schreiben. Einer Kindheit die ich am liebsten vergessen würde wie so vieles in meinem Leben vergessen möchte.


Jeder Mensch ist verschieden, mit verschiedenen Erfahrungen, gegensätzlichen Ansichten.

Jeder handelt und lernt anders.

Deswegen bin ich mir sicher das einige mit denen ich mein Leben teile erschüttert sein werden.

Andere wiederum werden mit Sicherheit nicht einmal ein müdes lächeln für mich übrighaben.



Was bringt es einem Menschen der vieles erlebt hat, noch mehr gesehen und eventuell vieles mehr ertragen hat, wenn er selbst nicht damit umgehen kann und nur bedingt mit dem Leben lernt oder auskommt?

So geht es einem Großteil der Menschen, ob sichtbar oder nicht jeder hat sein Gepäck auf dem Rücken.

Der eine sortiert, der andere wild durcheinander geworfen.


Wenn ich mein Gepäck so durchsuche stelle ich immer fest, das nichts an seinem Platz ist.

Stolz neben Hass und Liebe, Disziplin und Standhaftigkeit wird aus einer Decke von Resignation begraben, nüchternes denken drängt sich neben Angst und Bauchgefühl.

Das ganze Chaos drängt sich in Träumen und ruhigen Zeiten auf.

Gesichter, Schüsse, Familie, Freunde, Versagen, Erfolge und so vieles mehr. Die Liste ist endlos.

Alles bricht auf einen herein und man versucht sich durch eine Mauer aus kleinen Freuden, unvernünftigen Ablenkungen, Zigaretten und aktuellen Problemen zu schützen.


Und am Ende egal ob man die Mauer aufrecht erhalten hat oder nicht, ist man immer noch da.


Mit einer Zigarette, das wissen um Schulden, einem traumatischen Stress- Syndrom, einer Partnerin von der man nicht mehr weiß ob man sie liebt aber sie nicht alleine zurücklassen will, Depressionen, Selbstzweifel, ein gestörtes Verhältnis zur leiblichen Familie, Alpträumen und körperlichen Schäden.

Nun ja im großen und ganzen bin ich doch ein gefundenes Fressen für jeden Psychologen.


Psychologen, Neurologen, Orthopäden, Schmerzspezialisten aller Art, ich glaube ich habe alles durch.


13.8.15 10:07, kommentieren

Erinnerungen an mich selbst

Wieder eine Zigarette weniger. Aber aufhören..?

Sicher es wäre gesünder... aber warum muss alles Gesund sein.


Ich sitze nur da, ein Film nach dem anderen, Konsolenspiele und Energy- Drinks.

Halte die Wohnung sauber und rauche eine nach der anderen.


Nicht das ich sonst was zu tun hätte, das ist gerade mein Leben.

Man gewöhnt sich an vieles, vor allem an die Eintönigkeit.

Ungesundes Essen, Bier und Schnaps, alles ungesund, wenigstens sind Bier und Schnaps nur alle paar Tage oder Wochen angesagt. Ich hasse es wenn man mit schwerem Kopf aufwacht und nichts tun kann.


Etwas paradox, ich weiß, aber die Eintönigkeit bewusst zu erleben ist immer noch besser als vernebelt durchs Leben zu laufen. Oder wie in meinem Fall, vernebelt auf dem Sofa zu sitzen und nur dahinzuvegetieren.


Obwohl ganz eintönig ist mein Leben doch nicht, eigentlich bin ich in einer Beziehung und habe mehr Familie als vorher, aber mit einem unglaublich tiefen Schuldgefühl stelle ich seit einiger Zeit immer öfter fest, das das, was ich mir seit Jahren gewünscht habe nicht das ist was mich glücklich macht.

„Lass zurück wen oder was du willst, aber niemals dich selbst“

Nach diesem Motto habe ich mein ganzes Leben gelebt, doch weis ich nicht, ab wann ich mich selbst zurückgelassen habe.

Ich habe mich selbst festgesetzt,mich selbst zurückgelassen.

Nachts liege ich oft wach, denkend was ich alles erlebt habe und noch öfters daran denkend, etwas zu erleben was ich nur träumen kann.

Wo soll man anfangen wenn einem das Leben keine Zeit zum Leben lässt?

Erinnerungsfetzen und komplette Abschnitte reißen einem durch den Kopf als Endlosschleife.

Wie soll man Gedanken ordnen wenn sie immer in Bewegung sind?


Vergessen. Vergessen ist eine möglichkeit, aber vergessenes ist nur Begraben.

Tief im Unterbewusstsein frisst es sich langsam immer tiefer rein. Nur um sich an neue Erinnerungen zu heften und sie mit Bildern, Gerüchen oder Stimmen zu verseuchen.

Bilder von Freunden, Gerüchen von Rauch, Abgasen und Chemikalien oder Stimmen die zu Schreien und Wehklagen werden, bis sie am Schluss verstimmen.


Ich könnte meine Geschichte am Anfang beginnen.. oder in der Mitte... oder am Ende.

So wie meine Gedanken von einem Ort oder von einer Zeit springen so werde ich mich auch ausdrücken, es erzählen, berichten oder bloggen. Je nachdem wie man es nennen kann.

Ich habe früher viel geschrieben, und es hat mir geholfen, jetzt versuche ich etwas hier aufzubearbeiten, auch wenn es keiner liest, ich schreibe es und jedes Wort muss von meinen Gedanken, durch meinen Körper, in die Finger... auf die Tatatur um es zu verarbeiten.

Ein ziemlich weiter Weg, wenn man bedenkt das alles vorher in meinem Kopf eingesperrt war.

12.8.15 13:56, kommentieren


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