Körper und Geist im Einklang zum Abrund

Ich war nun seit Jahren bei keinem Arzt mehr, ob es weise ist, nun ja.. was ist schon weise.

Morbus Bechterev gekoppelt mit Knochenschäden und vielen äußerlichen Vernarbungen.

Ich habe es satt mich bei Ärzten auszuziehen und mir ständig neue Theorien und Befunde anzuhören.

Sein Leben lang auf der Suche, nach den Wissen was man im Gesamtbild hat, ist auch nicht gerade die Erfüllung. Deswegen lass ich es weiterzusuchen, bringt im Endeffekt sowieso nicht viel.


Manche Medikamente sind recht gut um Schmerz zu unterdrücken und den Bewegungsapparat am laufen zu halten, aber selbst die besten Medikamente sind nicht immer gut für die Organe, deswegen ertrage ich lieber öfters schmerzen als das ich meine Innereien damit kaputtmache.


Früher habe ich diszipliniert und mit wachem Auge auf meine Gesundheit gesehen, meinen Geist und Körper streng fit gehalten um nicht auf der Strecke zu bleiben.

Nein ich bin jetzt nicht fett oder total unsportlich aber meinen damaligen Stand werde ich wahrscheinlich niemals mehr erreichen.


Ich vermisse es manchmal, meinen alten Körper kurz im Spiegel zusehen, wenig fett, Muskeln und eine ausgezeichnete Reaktion.

Viel ist nicht mehr davon übrig. Ich habe immer weniger gemeinsam, mit dem Soldaten und Vater, der ich früher war. Und leider weiß ich nicht mehr was ich am meisten vermisse. Mit fähigen und integren Leuten in einen Einsatz zu gehen oder zuzusehen wie mein Kind aufwächst und sich langsam eine kleine eigene Familie entwickelt.


Ich habe beides gewaltsam verloren, beide Schlachtfelder geschlagen verlassen ohne das ich es verhindern konnte.


In meiner Wohnung findet sich kein Bild meines alten Lebens.

Ich konnte es irgendwann nicht ertragen meine Tochter und ihre Mutter in den Bildern zu sehen,umrahmt von Trauerbändern spiegelte sich in dem Bilderglas oft mein Bild, da waren wir wieder zusammen und es traf mich in diesen Momenten immer wie ein Schlag ins Gesicht.


Wieder eine Zigarette und lange Pause, ich frage mich gerade selbst warum ich das alles schreibe. Aber warum sollte ich es auch nicht tun, irgendwie ordnet es mich innerlich.


Ich habe heute Morgen festgestellt das ich auf mehr Beerdigungen war, als auf Geburtstagen. Seltsamerweise fühle ich mich auf Verabschiedungen wohler, als auf überzogenen und überglücklichen Feiern, wahrscheinlich weil ich mich damit besser auskenne.


Der einzige Unterschied bei Beerdigungen ist, wenn ich persönlich vom Verlust betroffen bin.

Meine Tochter starb bei einem Autounfall mit ihren Großeltern, ein Jahr später als ich meine Verlobte verloren habe. Es war ein Verladeunfall, ein ungesicherter Kran hat sie mir genommen.

Ich glaube zwei drittel meines Ich´s sind mit ihnen gegangen und es wird nicht mehr zurückkommen.


13.8.15 12:04

Letzte Einträge: Hirnkirmes.... große/kleine Erinnerung, Angst und Schwäche, Beschützer und Verlierer, Liebe und Hass

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